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OpferrolleEin klassisches Opferschema gibt es nicht. Jeder kann Gewalt zum Opfer fallen. Gewaltverbrechen sind oft willkürlich, Mobbing erfolgt ohne festes Schema und häusliche Gewalt erlebten laut einer Umfrage schon mehr als 40 Prozent aller Frauen.
Viktimisierung bezeichnet den Prozess der Entstehung einer Opferrolle. Das vermeintlich Schwache wird zunächst ausgegrenzt und dann schließlich durch psychische und physische Gewalt angegriffen. Das Opfer fügt sich mit der Zeit wie selbstverständlich in seine Rolle, was eine Steigerung der Gewalt oder ein Ablassen vom Opfer nach sich ziehen kann.
Anlaufstellen für Opfer
Der Umgang mit Opfern von Gewalttaten erfordert Feingefühl, Geduld und Zeit.
Der Weiße Ring ist ein eingetragener Verein und leistet seit vielen Jahren vorbildhafte Arbeit im Bereich der Opferbetreuung. Er hilft nicht nur den eigentlichen Opfern, sondern auch ihren Familien, begleitet bei Behördengängen und vermittelt an kompetente Hilfsstellen vor Ort.
Die Beratungsstelle Frauennotruf richtet sich an Frauen, die Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt geworden sind.
Selbstverständlich sollte jeder gewalttätige Übergriff bei der Polizei angezeigt werden, denn Gewalt stellt immer eine Straftat dar. Eine Anzeige ist häufig der erste Schritt zur Gegenwehr und der Verarbeitung.
Psychologen und Sozialarbeiter können Betroffenen Wege aus der Opferrolle zeigen und erste Schritte zurück in ein Gewaltfreies Leben begleiten.
Gewaltprävention
Der Begriff Gewaltprävention bezeichnet die Bemühungen Gewalt zu verhindern schon bevor sie entsteht. Dabei greifen Trainer und Psychologen auf verschiedene Methoden zurück.
Einerseits zielen sie auf den Abbau von Aggressionen durch Sport. Bis zur körperlichen Erschöpfung sollen potentielle Täter ihre Aggressionen zum Beispiel auf einen Boxsack übertragen. Durch die Erschöpfung und die Ausschüttung von Endorphinen beim Sport wird das Gewaltpotential gemindert.
Zusätzlich dazu werden Coachings im Bereich Konfliktbewältigung eingesetzt. Ziel dieser Coachings ist es, dem Teilnehmer ein alternatives Verhalten aufzuzeigen, welches auf Deeskalation setzt und die eigene Position in einem Konflikt verbal stärkt.